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Praktische Fütterung - Erstellung eines Futterplans

 

Es gibt nicht DEN ultimativen Futterplan. Denn es existiert eine Vielzahl an Konzepten mit unterschiedlichen Mengenangaben. Das eine Konzept sieht die Fütterung von mehr Knochen vor, die andere eher weniger. Davon darf man sich nicht verrückt machen lassen: BARF ist ein naturbasiertes Fütterungskonzept, das sich nicht in eine einzige allgemeingültige Formel pressen lässt.

Für logisch, fundiert aber dennoch unkompliziert und praktikabel halte ich das Konzept von Swanie Simon. Nach ihren Mengenangaben habe ich Émiles Plan erstellt.

 

Um einen Überblick darüber zu vermitteln, wie die praktische Fütterung bei BARF aussehen kann, hier Émiles Futterplan als ein Beispiel:

 

           1. Ausrechnen der Gesamtfuttermenge (Wochenration)

Prinzipiell wird eine Gesamtfuttermenge von 2-3 % des Körpergewichts empfohlen. Diese Menge variiert allerdings individuell, je nach Temperament, Aktivität, Gesundheitszustand, Alter, etc. bis etwa 5 % des Körpergewichts.

 

Émile erhält, weil er extrem aktiv ist und dazu neigt, zu dürr zu sein, 4 %.

Er wiegt 13 kg, also bekommt er 520 g täglich (13 x 0,04 = 0,52 kg).            

 

          2. Aufteilen auf die Wochenration

Um die Futtermengen später besser verteilen zu können, rechnet man diese Menge zunächst auf die gesamte Woche hoch, also mal 7 Tage (0,52 x 7 = 3640 g).

Bei Émile sind das also 3640 g Gesamtfuttermenge pro Woche.

 

          3. Aufteilung in die Nahrungsmittelgruppen.

Die Gesamtfuttermenge wird nun proportional (ab hier unterscheiden sich die Konzepte in den genannten Prozentzahlen), auf pflanzliche und tierische Erzeugnisse und diese wiederum in die einzelnen Futtermittel aufgeteilt (Prozentanteile nach Swanie Simon siehe Tabelle).

 

Die errechneten Mengen sind jedoch ziemlich krumme Zahlen. Daher werden die Mengen entsprechend günstiger Größen gerundet.

Bei Émile habe ich entweder ab- oder aufgerundet um beim Fleisch, das ich größtenteils bereits fertig verpackt kaufe, möglichst auf die gängigen Packungsgrößen von 200g, 500g oder 1000g zu kommen. Zufälligerweise geht das bei Émile wunderbar auf.

 

Bei Émile sieht das bis hier hin so aus:

Futterplan Tabelle
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           4. Aufteilung der Nahrungsmittel in den Wochenplan.

Es steht nun also fest, wie viel von was der Hund pro Woche bekommen soll. Diese Wochenmenge wird nun auf die 7 Wochentage aufgeteilt.

Dabei ist es empfehlenswert auf folgendes zu achten:

 

-         Swanie Simon empfiehlt 1-2 Fastentage pro Woche. Dabei soll sich der Magen- Darm- Trakt des Hundes regenerieren können, in freier Wildbahn findet ein Wolf/ Wildhund auch nicht jeden Tag etwas zu fressen. Viele Hunde vertragen das Fasten allerdings nicht gut. Eine Alternative sollten dann wenigstens 2 fleischfreie Tage sein. Bei Émile sind das ein Gemüse- und ein Obsttag.

-         Nicht jeder Hund frisst und verträgt alle Futtersorten. Daher kann es nötig sein, die Sorten auf mehrere Tage aufzuteilen und miteinander zu mischen.

Bsp: Manche Hunde bekommen Durchfall von zu vielen Innereien. Wenn der Hund pro Woche 600g Innereien bekommen soll, kann es sinnvoll sein, 2 x 300 g zu füttern und diese mit der Gemüseration oder Muskelfleisch zu mischen, anstatt einfach an einem Tag 600g Innereien zu füttern.

Émile ist da gänzlich unkompliziert. Er frisst sogar Gemüse und Obst pur, deshalb kann ich ihm die Sorten getrennt füttern und muss so nicht immer mehrere Packungen öffnen. Es empfiehlt sich, einfach auszuprobieren…

-         Eine Ration Muskelfleisch pro Woche sollte man durch Fisch ersetzen.

 

           5. Zusätze

Je nach Hund ist es sinnvoll, bestimmte Zusätze zu füttern. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt, je mehr Abwechslung, desto besser:

 

-         verschiedene Öle

decken den Bedarf an ungesättigten Fettsäuren u.a. wertvollen Stoffen, sorgen für ein gesundes, glänzendes Fell

-         Meersalz

Deckt den Bedarf an Salz: Da wir unseren Hunden abgehangenes Fleisch füttern, nehmen die Hunde kaum Blut auf, welches sehr salzhaltig ist. Es kann sinnvoll sein, ab und zu etwas Salz zusätzlich beizufüttern.

-         Kräuter

Kräuter enthalten sehr viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralien. Sie sind ein wertvoller Bestandteil von BARF. Wann immer ich daran denke hole ich im Garten ein paar Zweige, hacke sie klein und gebe sie unter das Futter, z.B. Rosmarin, Salbei, Tymian, Oregano, Löwenzahn, Gänseblümchen, Petersilie, Schnittlauch, etc. – was ich gerade habe.

Émile bekommt auch Kümmel über die Futtermittel, von denen er leicht Blähungen bekommt (Pansen, Innereien), um sie verdaulicher zu machen.

-         Milchprodukte

z.B. Joghurt, Kefir, Hüttenkäse, Quark, Sahne

-         Kartoffel

Liefert bei getreidefreier Ernährung Kohlehydrate

-         Diverse Naturmittel von Lunderland

Lunderland vertreibt diverse Zusätze in Pulverform. Ich füttere Émile von Zeit zu Zeit Seealgenmehl (deckt den Jodbedarf), Hagebuttenschalen (Vitamin C für die Abwehr, weil Émile selbst im Winter schwimmen geht), Bierhefe (deckt den gesamten Vitamin B-Komplex ab, ist gesund für Haut, Nägel und Haarkleid), Grünlippmuschel (gut für starke Gelenke).

-        Ei

Natürlich roh und mit Schale (ich verwende Eierschalenmehl von Lunderland, das ist einfacher zu füttern und verdaulicher als grobe Schalenbrösel).

-         Honig

Ist gesund und schmeckt gut.

 

So sieht der endgültige Plan von Émile aus:

Wochenplan
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          6. Fütterung nach dem Futterplan: Abwechslung schaffen durch 

               wechselnde Sorten

Die Hauptarbeit ist getan, nun muss man sich nur noch an den Plan halten und dabei möglichst viel Abwechslung walten lassen. Hier ein paar Beispiel für verschiedene Sorten:

 

Sorten von: Rind/ Kalb, Geflügel, Lamm, Pferd, Wild

 

Muskelfleisch:

Euter, Kopffleisch, Schlund, Kronfleisch, Lefzen, Luftröhre, Muskel, Suppenfleisch, Hackfleisch, Fisch, etc.

 

Knochen:

Brustbein, Schälrippen, Ochsenschwanz, etc.

 

Innereien:

Leber, Niere, Milz, Lunge, Herz

 

Gemüse:

Karotten, Gurken, Zucchini, Kohlrabi, Spinat, rote Beete, Salate, Sellerie, Broccoli, Blumenkohl, etc.

 

Obst:

Äpfel, Aprikosen, Beeren, Birnen, Feigen, Kiwi, Banane, Pflaumen, Südfrüchte, etc.

 

Ich bestelle/kaufe einfach immer das, was gerade im Angebot ist oder füttere das, was bei uns im Garten wächst und auf dem Markt zu kaufen ist.

Für mich selbst kaufe ich ja auch unterschiedliche Dinge, es ist nicht schwieriger, für den Hund etwas Abwechslung zu schaffen.

 

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