Berger - Émile.de

Émile wird seit er Welpe ist, ausschließlich durch BARF ernährt.

Dies meint ein bestimmtes Konzept der Rohernährung mit tierischen und pflanzlichen Produkten.

Hier eine Einführung von mir:

 

Was ist BARF und was sind die Vorteile zum Fertigfutter?

der Traum eines jeden Hundes... der Traum eines jeden Hundes...

BARF funktioniert nach dem Motto: „Wir basteln uns ein Beutetier“, das heißt, bei BARF wird versucht, die ursprüngliche und natürliche Ernährung eines Hundes nachzustellen und zwar in möglichst der Zusammensetzung, wie sie in der Natur vorgefunden wird.

Wildhunde oder Wölfe ernähren sich zum einen von Beutetieren, das heißt, von deren Knochen und Innereien, aber auch von ihrem Muskelfleisch, Fett, Fell, Hufe, etc. Zum anderen fressen die Hunde/ Wölfe aber auch nicht- fleischliche Bestandteile, die sie in der Wildnis vorfinden: Mal wird ein Vogelnest geplündert oder es werden auch mal Beeren und Gräser gezupft. Auch die Darminhalte von Pflanzenfressern werden vertilgt und versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen.

 

Diese Form der Ernährung ist nach Meinung der BARF- Anhänger die einzig wirklich artgerechte Fütterungsform für unsere Haushunde.

 

Fertigfutter wird in der Regel, je nach Qualität des Futters, mit Zusatzstoffen wie künstlichen Vitaminen und Mineralien, aber auch mit Haltbarmachern und billigen Füllstoffen, wie Getreide, präpariert. Trockenfutter etwa, wurde gekocht, püriert, pelletiert und getrocknet.

Dies führt häufig zu vielfältigen Problemen, auch wenn diese gerne verkannt werden: Hautprobleme, Allergien, aber auch Stoffwechselprobleme (z.B. Fressunlust, ständiger Hunger, starker Körper- und Maulgeruch, häufiger Kotabsatz, Blähungen) sind in vielen Fällen fütterungsbedingt. Diese Symptome und sogar Krankheiten wie Epilepsie können in einigen Fällen gelindert werden, wenn die Besitzer auf alternative Ernährungsformen umsteigen.

 

BARF- Vorteile auf einen Blick:

-         gesunde Zähne, da diese durch Kauen von Fleisch und Nagen von Knochen regelmäßig von Zahnsteinbildendem Plaque befreit werden.

-         Satte, zufriedene Hunde, weil BARF oral befriedigt und beschäftigt. Es können größere Mengen gefüttert werden als von trockenen, Nährstoff- konzentrierten Pellets.

-         Der Hund ist keinen Zusatzstoffen wie künstlichen Vitaminen, Aromen, und Haltbarmachern ausgesetzt, welche sich auf Dauer negativ auf den Körper auswirken können.

-         Dies führt zu glänzendem, seidigen Fell, einem neutralen Körper- und Maulgeruch und zu einem starken Immunsystem.

-         Anders als beim Fertigfutter mit seinen immer gleich bleibenden Bestandteilen, kann beim BARF gezielt nach individuellem Nährstoffbedarf gefüttert werden, denn jeder Organismus hat vollkommen unterschiedliche Bedürfnisse.

-         Durch BARF hat man eine wesentlich bessere Gewichtskontrolle, da dick machende Füllstoffe fehlen und durch die unterschiedlichen Nährstoffgehälter der Futtermittel eine bessere „Kalorienkontrolle“ möglich ist.

 

Häufige Bedenken:

eine etwas unkonventionelle Art, einen Joghurtbecher aus zu schlecken eine etwas unkonventionelle Art, einen Joghurtbecher aus zu schlecken

"Ich habe Angst, dass mein Hund nicht alles bekommt, was er braucht":

 

Die Futtermittelindustrie, sowie deren Vertreter (denen auch leider die meisten Tierärzte angehören…) propagieren sehr gerne die Schädlichkeit von BARF:

Es sei viel zu komplex, einen Hund mit natürlichen Futtermitteln korrekt und ausgewogen zu ernähren. Fertigfutter sei dagegen perfekt auf die Bedürfnisse eines Hundes abgestimmt.

Dabei wird eine regelrechte Angstmache betrieben, was dazu führt, dass die Besitzer verunsichert werden und in der Folge doch lieber zu Fertigfutter greifen.

 

Ernähren Sie sich auch ausschließlich aus der Dose und leben damit auch noch gesund?

 

Glauben Sie, dass künstliche Zusätze echte Vitamine und Mineralien eins zu eins ersetzen können?

Rechnen Sie ihren eigenen Ernährungsplan auch anhand von Nährwerttabellen aus, damit Sie alles in richtigen Mengen und im richtigen Verhältnis zu sich nehmen?

Warum soll es dann für unsere Hunde notwendig sein?

 

Es ist es ein Irrtum, dass der Hund mit jeder Mahlzeit und an jedem Tag permanent mit allen benötigten Nährstoffen versorgt sein muss. Dies wird uns immer wieder durch Argumentationen von BARF- Gegnern anhand diverser Nährstofftabellen vermittelt. Wenn man dieser Aussage Glauben schenkt, ist es kein Wunder, dass man Angst hat, der Hund könnte mit wichtigen Stoffen unterversorgt sein.

Aber der Körper – sowohl der hündische als auch der menschliche -  gleichen kurzfristige Nährstoffschwankungen wunderbar aus.

 

Oder achten Sie darauf, dass Sie jeden Tag alle benötigten Nährstoffe zu sich nehmen? Haben Sie gleich (im Blut nachweisbare) Mangelerscheinungen, wenn Sie mal eine Woche lang nur die Reste vom Weihnachtsbraten essen oder sich in einer Prüfungszeit einfach nur täglich Nudeln kochen?

Sich jederzeit so zu ernähren, dass alle Bedarfe gleichzeitig gedeckt sind, ist überhaupt nicht realisierbar, es sei denn, man führt sich die in einer Mahlzeit fehlenden Nährstoffe immer künstlich zu (wobei die Wirkung von künstlichen Nährstoffen mittlerweile stark umstritten ist!).

Wichtig ist lediglich, dass der Gesamtbedarf über einen längeren Zeitraum hinweg gedeckt ist. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kann man von einem 4- wöchigem Zeitraum ausgehen. Erst wenn es zu langanhaltenden Fütterungsfehlern kommt, entstehen Mangelerscheinungen.

Um dem vorzubeugen, brauche ich keine komplizierten Nährstoffberechnungen durchzuführen. Es reicht vollkommen aus,

 

a.)    einige Grundregeln über die generelle Futtermittelverteilung zu beachten (wie viel in welchem Verhältnis würde der Hund in der Natur zu sich nehmen?) und

b.)    abwechslungsreich, also ausgewogen zu füttern. Ein breit gefächertes Zutatenangebot garantiert, wie beim Menschen auch, dass der Hund alle nötigen Stoffe innerhalb eines gewissen Zeitraums erhält.

 

Es ist wichtig, gewisse Grundregeln zu beachten und nach einem durchdachten Ernährungsplan zu füttern. Wir Menschen spüren, wenn unser Körper etwas braucht und signalisiert uns das mit Heißhunger (etwa Schwangere, die plötzlich auf ausgefallene Dinge Lust haben). Der Hund kann uns diese Bedürfnisse kaum signalisieren (vermehrtes Aufnehmen von Pferdekot oder Erde kann ein Hinweis sein), er ist auf unsere Futtergabe angewiesen. Daher ist es wichtig, dass man die Futtermittel in artgerechten Verhältnissen füttert. Sonst kann es leicht zu Fütterungsfehlern kommen, z.B.  dass der Hund zu basisch ernährt ist (zu wenig Fleisch), etc. 

 

Auch zu wenig Abwechslung schadet dem Hund mehr, als ihm diese alternative Fütterungsform hilft: Immer nur Möhren und Äpfel als Gemüse oder immer nur Hackfleisch vom Rind und Geflügel wären definitiv zu einseitig. Als Faustregel gilt:  Pro Woche mindestens 3 Sorten füttern, diese wöchentlich wechselnd. Natürlich wiederholen sich bestimmte Sorten regelmäßig, andere füttert man (auch saisonal bedingt) eher selten. Je mehr Abwechslung, desto größer das Nährstoffspektrum.

 

„Ist Barf nicht extrem teuer?“

 

Nein, BARF muss nicht teuer sein. Anfangs mag es etwas mühseliger sein, bis man beständige Futterquellen aufgetan hat, aber wenn man etwas Erfahrung gesammelt hat, kann man Futterfleisch sehr günstig beziehen.

Frischen Pansen/ Blättermagen erhalte ich beispielsweise alle paar Monate als Schlachtabfall umsonst bei einem Metzger, der selbst schlachtet.

Dort bestelle ich auch Knochenstücke, die beim filetieren abfallen.

Innereien und Muskelfleisch beziehe ich beim Internetversandhandel. 500g (für Émile eine Tagesration) kosten im Durchschnitt 1,50 Euro, je nach Sorte bis maximal 2,50 Euro. Ein gutes Fertigfutter darf auf die Menge heruntergerechnet nicht weniger kosten!

Sicher findet man nicht in jeder Region solche Möglichkeiten. Aber wenn man sich etwas Zeit für die Suche gönnt, ergeben sich fast überall günstige Angebote.

 

„Ist BARF nicht furchtbar aufwändig?“

 

Stimmt meiner Meinung nach auch nicht. Natürlich ist nichts einfacher, als eine Dose zu öffnen oder ein paar trockene Pellets abzuwiegen. Aber wirklich aufwändig ist BARF auch nicht, wenn man etwas Routine entwickelt hat.

 

Ich habe einen Gefrierschrank im Keller, den fülle ich auf, wann immer sich gerade die Möglichkeit ergibt. Im einfachsten Fall heißt das, ganz bequem vom Computer aus im Versandhandel zu bestellen oder beim nächsten Wanderausflug einen kurzen Zwischenstopp beim Bauern einzulegen. Arbeit fällt nur dann an, wenn ich gekauftes Futter portionieren muss, aber das ist meist eine einmalige Aktion von etwa einer Stunde einmal pro Monat.

Die tägliche Fütterung ist nach dieser Vorarbeit ein schneller Prozess: Ich halte mich an meinen Futterplan und hole nur das entsprechende Futter zum Auftauen am Vortag aus der Truhe und mische es mit eventuellen Zusätzen (ein Ei dazu, ein Schuß Öl, diverse Pülverchen…).

Gemüse und Obst, das ich bei meinem eigenen Einkauf mitnehme, wird einmal pro Woche im Mixer püriert und als Vorrat in den Kühlschrank gestellt.

 

Fazit:

Radikalismus war auf dieser Welt noch niemals gut.

Es gibt die Hardcore- Barfer, die sogar verpönen, ihrem Hund eine gekaufte Kaustange zu füttern. Es gibt die Fertigfutterfraktion, die BARF mit ausgestrecktem Zeigefinger auf komplizierte Nährstofftabellen und Formeln absolut verteufelt.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Oft hilft da einfach der gesunde Menschenverstand: Wir essen auch mal Fertigpizza oder ernähren und monatelang von McDonalds (Pfuibäh!) ohne dass wir deswegen gleich sterben… Aber wir wissen auch, dass etwas, was aus der Natur kommt, niemals verkehrt sein kann und dass frische Lebensmittel immer die gesündere Alternative sind.

 

Émile wird gebarft, weil ich es für das natürlichste, artgerechteste und gesündeste halte. Aber ich füttere auch mal ein hochwertiges, getreidefreies Trockenfutter, beispielsweise wenn wir in Urlaub fahren  (in meinem Fall ist dies „Orijen“).

 

Wer sich ernsthaft mit dem Thema BARF beschäftigen möchte, findet sehr gute und fundierte Literatur.

Zum Einstieg empfehle ich: „BARF“ von Swanie Simon. Die Broschüre ist leicht zu lesen, enthält viele praktische Tipps und nur das Nötigste an Theorie und ist bereits für 5 Euro zu haben.

 

Infos zu BARF- Lektüren und Swanie Simon unter Links.

Hier gehts zur prakischen Fütterung, ein Beispiel für eine Futterplanerstellung von Émile:

 

Klick